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Fahrschule Europa: Fahrschulbewilligung zurückgelegt

Nach Betrugsermittlungen der Wiener Polizei gegen der Fahrschule Europa (Markhofgasse 20/1, 1030 Wien) legte der Inhaber Josef Gabriel am 5. Juni 2013 seine Fahrschulbewilligung zurück. Seit dem 8. Juli sind die Türen für die Fahrschüler nun verschlossen, die um vorab gezahlte Kursgebühren bangen müssen.

Ermittlungen und behördliches Entziehungsverfahren
Nach polizeilichen Ermittlungen gegen drei Personen der Fahrschule wegen Betrugs in sechsstelliger Höhe leiteten die Behörden ein Entziehungsverfahren gegen die Fahrschule ein. Fahrschüler hatten allerdings in den letzten Wochen noch Kurse im Voraus bezahlt und standen am 8. Juli zum Kursbeginn vor verschlossener Tür, lediglich ein Aushang verwies auf die zurückgelegte Fahrschulbewilligung. Die Juristin des VKI (Verein für Konsumenteninformation) Ulrike Wolf kritisierte den Vorgang scharf, Fahrschüler würden damit aus der Ausbildung gerissen, zudem sei unklar, ob sie verauslagte Gebühren für den Führerschein der Klasse B (599 Euro) je zurückerhalten. Die überwiegend sehr jungen Fahrschüler werden ihre Ausbildung zu erneuten Kosten bei anderen Fahrschulen fortsetzen und können nur hoffen, dass der Inhaber der Fahrschule Europa seiner Verpflichtung zur Rückerstattung nachkommt. Ansonsten bleibt nur der juristische Weg, den betroffene Fahrschüler über den VKI innerhalb einer Sammelklage beschreiten können. Diese bereitet der VKI momentan im Auftrag des österreichischen Konsumentenschutzministeriums vor.

Misswirtschaft und Betrugsfälle bei der Fahrschule Europa
Die Ermittlungen laufen gegen verschiedene Personen und den Geschäftsführer der Fahrschule Milan R., vorausgegangen waren zahlreiche Anzeigen von Wiener Fahrschülern. Noch nach der Rückgabe der Fahrschullizenz wurden angeblich neue Schüler aufgenommen und die Vorab-Gebühr kassiert, was zu Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betruges führte. Der Geschäftsführer ist verschwunden. Die Polizei fand weder Bargeld noch Unterlagen, auch zwei Luxus-Geländewagen waren verschwunden. Zuvor hatte die Fahrschule mit Dumpingpreisen jahrelange Misswirtschaft betrieben, Schüler wurden mit der Ausbildung auf Luxuswagen (BMW, Mercedes, Hummer) bei gleichzeitig extrem niedrigen Preisen geködert. Nach dem derzeitigen Stand (10. Juli 2013) darf die Fahrschule keine Ausbildung mehr vornehmen, der Bürobetrieb muss aber aufrechterhalten werden, damit sich die Fahrschüler eine Bestätigung über bereits geleistete Fahrstunden holen können. Polizeisprecher Thomas Kaiblinger bestätigte die Ermittlungen sowie einen vermutlichen Schaden von mehreren Hunderttausend Euro. Der Skandal war jedoch möglicherweise absehbar: Auch 2010 soll der Geschäftsführer Milan R. der Hintermann bei einem nahezu identischen Fall in Wien-Kaisermühlen gewesen sein - auch in anderen Bundesländern gibt es solche Fälle. Die Vorgehensweise mit den günstigen Preisen und den Zusatzzuckerl der Luxusfahrzeuge sei dabei immer gleich, wie auch der Vorsitzende des Fachverbandes der Fahrschulen Herbert Wiedermann bestätigte. Fahrschüler sollten bei solch utopischen Angeboten sehr vorsichtig sein oder gleich Abstand nehmen.

Tipps vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) »

veröffentlicht am 10.07.2013

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