StartseiteWissenswertes Rettungsgasse bei Staubildung nun auch in Österreich Pflicht

Rettungsgasse bei Staubildung nun auch in Österreich Pflicht

In Deutschland, Tschechien, Slowenien und der Schweiz ist sie schon länger ein fester Bestandteil des Straßenregelwerks. Seit dem 01.01.2012 gilt sie auch per Gesetz auf Österreichs Straßen: Die Rettungsgasse. Mit ihrer Hilfe soll es Rettungskräften, Feuerwehr und Polizei ermöglicht werden, problemlos und zügig eine Unfallstelle zu erreichen. Die Rettungsgasse ist bei Staubildung anzuwenden auf Autobahnen, Schnellstraßen und mehrspurigen Straßen mit baulicher Mitteltrennung.

Dabei ist zu beachten, dass die Schneise für die Einsatzkräfte nicht erst zu bilden ist, wenn der Verkehr aufgrund von Stau bereits völlig zum Erliegen gekommen ist. Auch wenn keine Unfallstelle in Sicht ist, entbindet das niemanden von der Durchführung. Ebenso irrelevant ist es, ob sich bereits ein Einsatzfahrzeug nähert oder nicht. Sobald sich ein Stau auch nur anbahnt, tritt bereits die Pflicht zur Gassenbildung ein.

Generell gilt bei der Rettungsgassenbildung folgende Regelung: Alle Fahrzeuge auf der linken Spur haben sich am linken Fahrbahnrand einzuordnen. Fahrzeuge auf der rechten Seite fahren so weit wie möglich rechts, wobei auch der Pannenstreifen benutzt werden darf. Dabei ist es völlig unerheblich, wie viele Spuren die Straße aufweist: Alle Fahrzeuge müssen zu dem Fahrbahnrand gelenkt werden, der ihnen am nächsten ist. Die dabei entstehende Gasse darf dann lediglich von Rettungskräften befahren werden.

Selbstverständlich besteht die Pflicht zur Gassenbildung auch für Fahrzeuge aus dem Ausland. Es ist wichtig zu beachten, dass das Versäumen dieser Pflicht mit Geldbußen geahndet werden, die bis zu 2180 Euro betragen können. Das Gesetz betrifft jede Art von Fahrzeug: LKWs, PKWs, Busse und auch Motorräder. Insbesondere das so genannte Kolonnenspringen (stetiger Wechsel zur am zügigsten befahrenen Spur) sollte auch im eigenen Interesse vermieden werden.

Die Rettungsgasse, die sich bereits in den genannten anderen Ländern bewährt hat, soll das rechtzeitige Eintreffen von Einsatzkräften und Pannenhelfern garantieren. Je eher die Rettungsfahrzeuge am Unfallort eintreffen, desto schneller können die blockierenden Fahrzeuge geborgen werden, sodass sich der Stau zügig auflöst. Desweiteren stellt die Rettungsgasse bereits die Einleitung zur Ersten Hilfe dar. Wird das Nachkommen der Pflicht von verschiedenen Fahrzeughaltern versäumt, werden die Einsatzfahrzeuge unnötig aufgehalten, was einem möglicherweise schwer verletzten Unfallopfer, bei dem es vielleicht um Minuten oder Sekunden geht, das Leben kosten kann. Mithilfe der Rettungsgasse sind die Einsatzkräfte bis zu vier Minuten eher vor Ort, womit die Überlebenschance eines Unfallopfers um bis zu 40 Prozent erhöht werden kann.

Die neue Regelung sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Stets sollte sich jeder Verkehrsteilnehmer vor Augen halten, dass er auch selbst einmal Opfer eines Unfalls werden kann und auf das Nachkommen dieser Pflicht angewiesen ist. Von der Rettungsgasse hängen somit Leben ab.

veröffentlicht am 02.01.2012

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