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Führerscheinausbildung in der Schule?

Eine neue Initiative der Sozialistischen Jugend sieht vor, die theoretische Ausbildung für den Führerschein in die Schule zu verlagern! Verantwortlich für diese Initiative ist die SJ Burgenland. Diese stellte auf einer Pressekonferenz diese neue Initiative vor. Danach soll der theoretische Teil zur Führerschein-Ausbildung für alle Schüler in den jeweiligen Schulunterricht mit integriert werden. Die konkrete Aussage von Kilian Brandstätter, dem Landesvorsitzenden der Sozialistischen Jugend Burgenland, dazu lautete: "Der Führerschein ist heute ein Teil der Allgemeinbildung. Der Zweck dieser Initiative ist es auch, Jugendlichen beim Sparen zu helfen. Denn die Allgemeinbildung ist der Auftrag des Staates. Deshalb ist es absolut nicht einzusehen, warum private Fahrschulen profitieren sollen, wenn Aufgaben wie der theoretische Fahrunterricht kostengünstiger durch öffentliche Einrichtungen wie die Schulen übernommen werden könnten". Die ersten Versuche am Gymnasium Mattersburg haben gezeigt, dass die Fahrschulausbildung im Schulunterricht durchweg positive Erfahrungen erbracht haben.

Große Unterstützung erhält die Sozialistische Jugend dabei von der Aktion der kritischen SchülerInnen, kurz AKS. Denn in der Realität ist nun mal inzwischen der Fall, dass fast alle jungen Menschen heutzutage auf einen Führerschein für das Auto notwendig angewiesen sind. Bei kaum einer Stellenausschreibung fehlt inzwischen im Anforderungsprofil als Mindestvoraussetzung für den Arbeitsplatz der Besitz der Führerscheinklasse B. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Besitz eines Führerscheins für das Auto inzwischen zu einer allgemeinen Selbstverständlichkeit und Notwendigkeit geworden ist. Wenn also die Unternehmen den Führerschein für das Auto als ähnlich wichtig betrachten wie andere Berufsqualifikationen, dann sollte die Schule als der zentrale Ausbildungsplatz für junge Leute auch die theoretische Ausbildung für den Führerschein übernehmen.

Für die Jugendlichen, die den Führerschein bisher selbst bezahlen mussten, wurde dies schnell zu einer Kostenfalle: Daher soll die Ausbildung in der Schule nun helfen, den Jugendlichen dieses Geld größtenteils zu sparen. Dies gilt übrigens nicht nur für SchülerInnen der allgemein höher bildenden Schulen, kurz AHS, sondern auch für alle Lehrlinge. Damit müssten in der Fahrschule nur noch der praktische Teil der Fahrausbildung absolviert werden.

Diese Ansicht der SJ Burgenland bestätigt auch Louis Reumann, der Vorsitzendende der Aktion der kritischen SchülerInnen im Burgenland: "Als ehemaliger SchülerInnenvertreter weiß ich, dass diese Initiative bei den meisten SchülerInnen im Burgenland auf breite Zustimmung stoßen wird". Laut Reumann ist "dieser Vorschlag realisierbar und würde für die SchülerInnen eine sehr große finanzielle Erleichterung darstellen, denn somit würden sämtliche Kosten für den theoretischen Teil komplett entfallen!"

Louis Reumann kann diese Aussage treffen, weil er selbst Schüler am Gymnasium in Mattersburg ist. Dort findet wie schon erwähnt ein Pilotprojekt statt. Als eines von mehreren Modulen in der modularen Oberstufe wird die Ausbildung zum theoretischen Führerschein angeboten und auch von sehr vielen SchülerInnen dankbar in Anspruch genommen. Allerdings ist die Ausbildung in Mattersburg aktuell nicht komplett kostenlos, aber sie wird von den örtlichen Fahrschulen zu finanziell günstigeren Konditionen angeboten. Das langfristige Ziel sei laut Brandstätter und Reumann aber, dass die komplette theoretische Führerscheinausbildung vom Staat finanziert wird. Zur Durchsetzung dieses Ziels soll nach den Osterferien eine große gemeinsame Unterschriftensammelaktion von SJ und AKS gestartet werden. Die gesammelten Unterschriften sollen danach dem Parlament übergeben werden.

Gegenwind zu diesem Vorschlag kommt erwartungsgemäß von den privaten Fahrschulen. Der Fachverband der Fahrschulen und für den Allgemeinen Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, kurz WKÖ, sieht die Führerscheinausbildung bei den privaten Fahrschulen in den besten Händen! Deren Obmann Herbert Wiedermann argumentiert: "Die Wissensvermittlung bei Verkehr und Verkehrssicherheit muss von hoch qualifiziertem Fachpersonal vermittelt werden. Nur professionell ausgebildete Fahrlehrer verfügen über das grundlegende Spezialwissen und die jahrelange Erfahrung im Straßenverkehr, die sie dann an die FahrschülerInnen weitergeben können. Die theoretische Führerscheinausbildung an den Schulen sei in punkto Verkehrssicherheit der falsche Weg, denn diese Schul-Fachlehrer müssten neue Lehrinhalte vermitteln, ohne die grundlegende Ausbildung und Erfahrung als Fahrlehrer zu besitzen."

Außerdem sei die Verlagerung der theoretischen Fahrprüfung ein zusätzlicher Kostenfaktor für die Steuerzahler. Durch diese Verlagerung würden Kosten einer freiwilligen Leistung aus dem privaten Sektor in die öffentlichen Haushalte verschoben. Zusatzkosten neben den Lehrstunden wären Computer und Lehrbücher. Das Argument, dass davon nur Schüler auf dem Gymnasium profitieren würden, zieht allerdings nicht. Denn die AKS und die SJ haben ausdrücklich die von Wiedemann als ausgegrenzt bezeichneten Lehrlinge in ihr Konzept mit einbezogen. Auch das Argument des zusätzlichen Zeitaufwands ist eher fraglich, da die sich die meisten Schüler diese Zeit nur allzu gerne nehmen.

veröffentlicht am 13.04.2012

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