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EU Führerschein im Ausland erwerben

Ob Alkohol am Steuer oder notorisches Drängeln, diese und ähnliche Verkehrsdelikte führen nicht selten dazu, dass man schnell seinen Führerschein verliert. Doch dies scheint für immer weniger Verkehrssünder ein Problem darzustellen. Grund dafür ist eine Gesetzeslücke, die es ermöglicht seinen Führerschein im benachbarten Ausland einfach neu zu beantragen.

Führerschein in Tschechien, Ungarn oder Slowakei. - Kein Problem. Eine kurze Suche im Internet und schon stößt man auf zahlreiche Angebote aus dem benachbarten Ausland, welche gar den Eindruck vermitteln, man wolle eine Pauschalreise buchen. Flug, Übernachtung, Halbpension und einen neuen Führerschein gibt es inklusive.

In der Tat stößt man bei der Recherche zu solchen Fällen auf dubiose Anbieter die tatsächlich an alles gedacht zu haben scheinen und Führerscheine zu "all-inclusive Preisen" anbieten. Kompletter Kurs, Prüfung, eventuell benötigter Übersetzer und das alles innerhalb weniger Wochen und zu Dumping-Preisen.

Um einen EU-Führerschein im besagten Ausland zu beantragen wird zwar ein mehrmonatiger fester Wohnsitz gefordert, doch leider scheinen dies die wenigsten Anbieter damit ernst zu nehmen.

Den EU-Führerschein im Ausland zu machen ist nicht strafbar und daher sind auch den hiesigen Beamten die Hände gebunden. Der einzige Weg solche "Führerschein-Touristen", wie sie gerne von Experten genannt werden, wieder aus dem Verkehr zu ziehen, besteht darin während einer erneuten Verkehrskontrolle im Führerscheinregister zu prüfen ob noch eine Entziehungszeit nicht abgelaufen ist. Ist dies der Fall wird der Führerschein erneut eingezogen. Weitere Konsequenzen sind allerdings nicht zu befürchten, da man ja nicht ohne gültigen Führerschein unterwegs war. Ob dies allerdings für gut betuchte Autofahrer ein Problem darstellt ist fraglich, besteht doch die Möglichkeit seinen nächsten Urlaub einfach in Tschechien zu verbringen.

Da es derzeit keine rechtliche Handhabe gegen solche Führerschein-Touristen gibt, scheinen die Juristen nun ihre letzte Rettung in der sogenannten "dritten Führerscheinrichtlinie" zu sehen. Diese Richtlinie fordert von allen europäischen Staaten, das Heimatland eines Führerschein-Anwärters zu kontaktieren, um so zu prüfen ob der betreffenden Person der Führerschein auf Grund von Verkehrsdelikten bereits entzogen worden ist. Ist dies der Fall hat sie dem Anwärter die Ausstellung eines neuen Führerscheins zu verweigern.

Sobald also diese Richtlinie in der europäischen Union eingeführt wird, lohnt sich der Ausflug wegen einem neuen Führerschein ins Ausland nicht mehr und das Problem "Führerschein-Tourismus" hat sich ein für alle mal erledigt. Wann dies allerdings der Fall sein wird, bleibt abzuwarten - geplant wäre dies ab dem Jahr 2013 und so werden bis dahin auch weiterhin die Verkehrssünder ins benachbarte Ausland pilgern, um sich einen neuen Führerschein aushändigen zu lassen.

veröffentlicht am 10.11.2010

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