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Führerschein Vormerksystem

Strafen nach schweren Verkehrsübertretungen

Verwaltungsstrafen
Verletzt ein Fahrer bzw. eine Fahrerin eine Verkehrsvorschrift, hat das eine Sanktion zur Folge: Leichtere Vorschriftsübertretungen werden direkt an Ort und Stelle oder per Postweg mittels Anonymverfügung geahndet. Allerdings hat sich die Sache nicht in jedem Fall mit der Bezahlung der Geldstrafe erledigt - bei schweren Verstößen gegen eine bzw. mehrere Verkehrsvorschriften kann es auch zur Entziehung des Führerscheins (Lenkberechtigung) kommen oder zu einer Vormerkung führen.

Entziehung der Lenkberechtigung
Übertritt man eine Verkehrsvorschrift und verhält sich dabei besonders rücksichtslos gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern bzw. -teilnehmerinnen oder begeht man das Delikt unter außergewöhnlich gefährlichen Fahrverhältnissen - wie bei glatter Fahrbahn, nicht ausreichender Sicht, hohem Verkehrsaufkommen usw. (hier ist auch das Geisterfahren zu erwähnen) -, resultiert dies in einer Entziehung des Führerscheins über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten.

Dabei ist übrigens zu beachten, dass jede Führerscheinentziehung (auch im Zuge des Vormerksystems) den Zeitraum später verhängter Entziehungen verlängert: So führt jede Vormerkung aus dem Katalog der Vormerkdelikte zu einer Verlängerung einer konventionellen Entziehung um zusätzlich zwei Wochen.

Vormerkung
Verkehrsdelikte, welche als mittelschwer eingestuft werden, aber nicht zu einer sofortigen Führerscheinabnahme führen, werden mit einer Vormerkungen im Führerscheinregister (Katalog der Vormerkdelikte) festgehalten.

Vormerkdelikte
Das Vormerksystem lässt sich mit der Gelben Karte für die Straße vergleichen: Gewisse, unfallrelevante Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften (sogenannte Vormerkdelikte) führen zu einer Vormerkung im entsprechenden Katalog bzw. im Führerscheinregister - dabei handelt es sich um eine Vorstufe zur Entziehung des Führerscheins. Der Grund für dieses System ist die frühzeitige Erkennung von Risikolenkern bzw. -lenkerinnen, außerdem sollen dadurch auch die betroffenen Fahrer bzw. Fahrerinnen auf ihr Verkehrsverhalten aufmerksam gemacht werden.

Maßnahmen im Vormerksystem

Nachschulungen durch Psychologen bzw. Psychologinnen
Bei einem Alkoholdelikt (Verletzung der 0,5-Promille-Regel), bei Drängeln auf der Fahrbahn sowie beim Behindern eines Einsatzfahrzeugs auf dem Pannenstreifen muss der/die Betroffene insgesamt sechs Stunden Gruppengespräch (auf mindestens zwei Termine verteilt) absolvieren - dabei soll das auffällige Verhalten im Verkehr aufgearbeitet werden. Kosten: 198 bis 222 Euro.

Perfektionsfahrt in der Fahrschule
Werden Sicherheitsmängel nicht vor Antritt einer Fahrt entdeckt und entfernt sowie bei Verstößen gegen Schutzweg-, Stopptafel- und Rotlichtvorschriften müssen zwei zusammenhängende Fahrstunden auf öffentlichen Fahrbahnen genommen werden. Kosten: rund 100 Euro.

Kindersicherungskurs
Bei Verletzung der Kindersicherungspflicht müssen insgesamt vier Unterrichtseinheiten zum Thema absolviert werden - diese beinhalten Hinweise auf die Gefahren und Risiken für ungesicherte Kinder im Fahrzeug sowie praktische Übungen. Kosten: rund 200 Euro.

Fahrsicherheitskurs in einem Fahrsicherheitszentrum
Bei Verstößen gegen Stopptafel-, Schutzweg- oder Rotlichtvorschriften sowie bei gefährlichen Mängeln die Technik betreffend und wenn das Verkehrsdelikt auf eine mangelnde Beherrschung des Fahrzeugs zurückgeführt werden kann, muss man an einem eintägigen Sicherheitsprogramm zur Verbesserung des Gefahren- bzw. Risikobewusstseins durch Erleben kritischer Situationen im Verkehr teilnehmen. Kosten: rund 120 Euro.

Ladungssicherungskurs
Bei Verletzung der Ladungssicherungspflicht oder Verstoß gegen die Tunnelordnung sowie Gefahrgutbestimmungen muss ein entsprechender eintägiger Kurs besucht werden: Im Rahmen dessen werden Kenntnisse zur Ladungssicherung bei Lastkraftwagen und im Umgang mit gefährlichen Gütern vermittelt. Kosten: rund 250 Euro.

Geschwindigkeitsüberschreitungen, Alkohol und Drogen am Steuer

Seit 1. September 2009 gibt es fixe bundesweit einheitliche Sanktionen für bestimmte Übertretungen der Geschwindigkeit. Das Steuern eines Fahrzeuges unter Einfluss von Alkohol und Drogen oder einer Kombination von beidem gehört zu den schwerwiegendsten Übertretungen im Verkehr - entsprechend gestalten sich auch die Sanktionen.

Temposünden

Ort und Überschreitungsart
Geschwindigkeitsübertretung
bundesweit einheitliche Sanktionen
Autobahn (über 130 km/h)
bis 10 km/h über dem Limit
20 Euro: Organmandat vor Ort
30 Euro: Anonymverfügung
11 bis 20 km/h über dem Limit
35 Euro: Organmandat vor Ort
45 Euro: Anonymverfügung
21 bis 30 km/h über dem Limit
50 Euro: Organmandat vor Ort
65 Euro: Anonymverfügung
alle Straßen
schneller als 30 km/h über dem Limit
70 Euro: Organmandat
70 bis 2.180 Euro: Behördenstrafe
Ortsgebiet
mehr als 40 km/h über dem Limit
mind. 150 bis 2.180 Euro
Freilandstraßen
mehr als 50 km/h über dem Limit
mind. 150 bis 2.180 Euro
Überschreitung der
Bauartgeschwindigkeit
um 21 bis 30 km/h
70 Euro: Organmandat vor Ort

Ist man auf Freilandstrafen bei mehr als 50 km/h über dem Limit und im Ortsgebiet mehr als 40 km/h unterwegs kann das zu einer Verwaltungsstrafe und zusätzlich zu einer Führerscheinentziehung für zwei Wochen (bei erstmaligem Delikt), beim wiederholten Mal innerhalb von zwei Jahren zur Führerscheinentziehung für sechs Wochen (evt. auch zu einer Nachschulung), bei weiteren Übertretungen innerhalb von zwei Jahren zu einer dreimonatigen Führerscheinentziehung führen.

Alkohol und Drogen
Das Steuern eines Fahrzeugs unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen gehört zu den schwersten Verkehrsübertretungen. Doch ebenso kann der Medikamentenmissbrauch - in Kombination mit Alkohol - zu schwerwiegenden polizeilichen sowie gerichtlichen Folgen führen: Nach polizeilicher Meldung oder bei einem Unfall mit Sachschaden kommt es zu einer Verwaltungsstrafe, wird eine Person verletzt, kann außerdem eine gerichtliche Strafe verhängt werden.

Beachtenswert sind zudem folgende Punkte:
Verweigert man die Teilnahme am Alkoholtest wird das genauso gewertet wie eine Alkoholisierung ab 1,6 Promille. In vielen Fällen erfolgt die Aufforderung zur Überprüfung mithilfe eines Vortestgeräts - die Verweigerung dessen hat zwar keine strafrechtlichen Folgen, doch kann der Beamte hier auf die Überprüfung mittels amtlich geeichten Alkomaten bestehen. Sollte die Fahrtauglichkeit durch Alkohol oder Drogen negativ beeinflusst werden, können auch unterhalb der gesetzlichen Untergrenze Strafen sowie zivil- bzw. strafrechtliche Nachteile für den Lenker bzw. die Lenkerin entstehen.

Alkohol-Grenzwerte

  • 0,1 - 0,49 Promille: Verwaltungsstrafen für Lenker bzw. Lenkerinnen von Lkw über 7,5t höchstzulässiges Gesamtgewicht sowie von Bussen. Zudem erfolgen eine Nachschulung sowie eine Verlängerung der Probezeit für Fahranfänger.
  • 0,5 - 0,79 Promille: Verwaltungsstrafe (300 bis 3.700 Euro), Vormerkung im Führerscheinregister.
  • 0,9 - 1,19 Promille oder nachgewiesene Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit durch Alkohol und/oder Drogen: Verwaltungsstrafe (800 bis 3.700 Euro), Entziehung des Führerscheins (erstmaliges Delikt) für einen Monat, bei Unfall mindestens drei Monate; Verkehrscoaching.
  • 1,2 - 1,59 Promille: Verwaltungsstrafe (1.200 bis 4.400 Euro), Entziehung des Führerscheins für mindestens vier Monate, Nachschulung.
  • ab 1,6 Promille oder Verweigerung des Alkotests: Verwaltungsstrafe (1.600 bis 5.900 Euro), Entziehung des Führerscheins für mindestens sechs Monate, Nachschulung, Einholung eines amtsärztlichen Gutachtens/verkehrspsychologische Untersuchung.
  • Wiederholungsdelikt: Je nach Grad der Alkoholisierung kommt es zu einer Verlängerung der gesetzlich festgelegten Mindestdauer für die Führerscheinentziehung auf bis zu einem Jahr.

Maßnahmen zur Nachschulung
Verkehrscoaching: Dabei handelt es sich um eine vierstündige Konfrontation mit den Risiken/Gefahren des Steuern eines Fahrzeugs unter Einfluss von Alkohol sowie ein Gespräch über das eigene Verhalten. Kosten: rund 100 Euro.
Nachschulung: Je nach Schwere des Verstoßes folgen 15 bzw. 18 Unterrichtseinheiten an vier oder fünf über mehrere Wochen verteilten Terminen. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit den Gefahren/Risiken des Alkohols am Lenkrad, die Erfahrungen werden in mehreren Gruppensitzungen aufgearbeitet. Kosten: zwischen 495 bis 555 Euro.
Nachschulung beim Probeführerschein: Fahranfänger müssen nach bestimmten Verstößen an besonderen Kursen teilnehmen.

(Alle Angaben ohne Gewähr / 14.02.2011)

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